Essens Geschäftsführer Florian Zeutschler und SGS-Neuzugang Maria Agerholm Olsen halten lächelnd gemeinsam ein Trikot mit der Rückennummer 35 in die Kamera. Foto: SGS Essen/Marc Bremer

Abstiegskampf: So haben die Klubs auf dem Transfermarkt nachgelegt

In der Bundesliga der Frauen hat sich auf dem Wintertransfermarkt zuletzt einiges getan – besonders bei den abstiegsbedrohten Klubs. Hier kommt ein Überblick über die Neuzugänge der Vereine aus dem unteren Tabellenbereich – in der Reihenfolge von Rang 9 bis Rang 14.

1. FC Nürnberg: 

  • Fany Proniez: Die Außenbahnspielerin kam vom französischen Erstligisten RC Lens zum FCN. In der laufenden Saison absolvierte die 23-Jährige elf Ligaspiele für Lens und stand dabei jedes Mal in der Startelf. Proniez hat mit der französischen U23-Nationalmannschaft auch bereits internationale Erfahrung gesammelt. Osman Cankaya, Leiter Frauenfußball beim FCN, betont besonders Laufbereitschaft, Einsatzfreude und Tempo des Nürnberger Neuzugangs. Im ersten Spiel nach der Winterpause stand Proniez gegen Werder Bremen gleich in der Startelf. Auf der rechten Außenbahn hatte der Club Bedarf, weil Leihspielerin Aleigh Gambone in der Winterpause, wie geplant, in die USA zurückgekehrt ist. 
  • Sina Tölzel: Die frühere Nürnberger Nachwuchsspielerin kehrte jetzt nach eineinhalb Jahren in den USA zum FCN zurück. Tölzel hatte an der North Carolina State University studiert und im Fußballteam des Colleges gespielt. Bei Nürnberg war ein Platz im Torhüterinnen-Team freigeworden, weil Stammkeeperin Larissa Rusek in der Winterpause überraschend zu Juventus Turin gewechselt war.
  • Zuzanna Grzywinska: Die 19-jährige Außenbahnspielerin kommt bereits auf 71 Pflichtspiele in der ersten polnischen Liga, in denen sie 19 Tore erzielte. Außerdem ist Grzywinska Jugendnationalspielerin und nahm im vergangenen Sommer mit Polen an der U19-Europameisterschaft teil. Dort fiel sie den Verantwortlichen des FCN auf. In der Wintervorbereitung absolvierte sie ein einwöchiges Probetraining in Nürnberg und wechselte dann vom Tabellenzweiten der ersten polnischen Liga, Czarni Sosnowiec, zum Team von Thomas Oostendorp.
  • Bori Turi: Die 17-jährige Stürmerin unterschrieb im April 2025 ihren ersten Profivertrag beim ungarischen Verein Pécsi MFC. Mit zwölf Treffern in acht Spielen hatte sie großen Anteil am Aufstieg ihres Teams von der zweiten in die erste Liga. In der laufenden Saison kam Turi nach Angaben des FCN in der ersten ungarischen Liga auf sechs Einsätze, bei denen sie sieben Tore erzielte.
  • Emőke Pápai: Die 22-jährige Stürmerin wechselte kurz vor Schließung des Transferfensters von Werder Bremen zum 1. FC Nürnberg. Pápai war im Sommer 2024 von den Grasshoppers Zürich zu Werder gekommen und stand seitdem in 34 Bundesligaspielen für die Bremerinnen auf dem Platz – wobei sie 32 mal eingewechselt wurde. Beim Club spielt Pápai künftig mit Abwehrspielerin Beatrix Fördös zusammen, die wie sie selbst auch für die ungarische A-Nationalmannschaft aufläuft.
  • Leia Varley: Die 24-jährige Innenverteidigerin wechselte von Brisbane Roar aus der australischen  A-League Women zum 1.FC Nürnberg. Für die 1,84 m große beidfüßige Australierin sind die Club-Frauen die erste Auslandsstation im Profifußball. Varley kommt als Ersatz für Oliwia Woś, die den 1. FC Nürnberg nach nur einem halben Jahr überraschend wieder verlassen hat, um sich Bristol City anzuschließen.
  • Ebenfalls verlassen hat den 1. FC Nürnberg Mittelfeldspielerin Marina Scholz. Die 19-Jährige wechselte zum ambitionierten Regionalligisten Borussia Dortmund.
  •  Abigaíl Chaves: Die 28-jährige Torhüterin holte der Club bereits während des mittlerweile geschlossenen Wintertransferfensters für ein halbes Jahr von Fenerbahce Istanbul. Dass Chaves erst über eine Woche nach Ende der Frist offiziell vorgestellt werden konnte, lag an bürokratischen Hürden. „Bei Abi haben die erforderlichen Unterlagen für das Visum etwas länger gedauert als ursprünglich geplant“, berichtete Osman Cankaya, Leiter Frauenfußball beim FCN. Chaves ist laut Club-Angaben die erste Argentinierin, die in der Bundesliga auflaufen wird. Sie wurde bei den Boca Juniors ausgebildet und gehörte bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien dem argentinischen Kader an.

Union Berlin:

  • Julia Kassen: Die Torhüterin kam in der Winterpause vom Ligarivalen FC Carl Zeiss Jena. Kassen war erst im Sommer 2025 vom SC Freiburg nach Jena gewechselt. Dort kam sie in der ersten Mannschaft jedoch nicht zum Einsatz. Die 23-Jährige kennt Unions Torwarttrainerin Alisa Vetterlein noch aus ihrer gemeinsamen Zeit beim VfL Wolfsburg. Union verlassen hat dagegen Keeperin Melanie Wagner. Die 23-Jährige wechselte zum FC Viktoria Berlin in die 2. Bundesliga.
  • Silje Helgesen: Die 21-jährige Innenverteidigerin kam Ende Dezember vom norwegischen Erstligisten Stabæk Fotball zu Union Berlin. In den vergangenen drei Spielzeiten absolvierte Helgesen für Stabæk 72 Ligaspiele, davon 67 in der Startelf. 2023 wurde sie erstmals für Norwegens U23-Nationalmannschaft nominiert, für die sie bislang vier Einsätze bestritt.
  • Lia Kamber: Die 19-jährige Mittelfeldspielerin kam vom FC Basel nach Berlin. Kamber erarbeitete sich bereits mit 16 Jahren einen Stammplatz in der Schweizer Women’s Super League – damals noch beim FC Luzern. Im Februar 2024 gab sie wenige Wochen nach ihrem 18. Geburtstag ihr Länderspieldebüt für die Schweizer A-Nationalmannschaft. Ab Januar 2025 lief Kamber für Basel auf und schoss in 29 Spielen acht Tore.
  • Amber Tysiak: Die 25-jährige Innenverteidigerin wechselte aus der englischen Women’s Super League nach Berlin. In den vergangenen zweieinhalb Jahren absolvierte Tysiak 52 Pflichtspiele für West Ham United, davon 48 in der Startelf. Medienberichten zufolge soll die Ablösesumme für die 1,77 Meter große Belgierin etwa 170.000 Euro betragen haben. Bei den Eisernen trifft Tysiak auf Stürmerin Hannah Eurlings, mit der sie bereits in der belgischen A-Nationalmannschaft und bei OH Leuven zusammengespielt hat.

RB Leipzig

Der Verein hat bislang noch keinen Wintereinkauf vermeldet, dafür aber die Leihe von Offensivspielerin Mai Kadowaki an den japanischen Klub Omiya Ardija, der ebenfalls Teil des Red-Bull-Imperiums ist. Außerdem wurde öffentlich, dass die derzeit an einem Kreuzbandriss laborierende Nationalstürmerin Giovanna Hoffmann ihren auslaufenden Vertrag nicht verlängern und den Verein im Sommer verlassen wird. Leipzigs Cheftrainer Jonas Stephan kündigte an, man wolle im Sommer in Sachen Transfers „sicherlich das eine oder andere Ausrufezeichen setzen“.

Hamburger SV:

  • Lea Paulick: Die 26-jährige Torhüterin wechselte von Liga-Konkurrent Eintracht Frankfurt zum HSV und ergänzt dort nun das Torhüterinnen-Team um Larissa Haidner, Inga Schuldt und die verletzte Laura Sieger (Kreuzbandriss). Im Spiel gegen die SGS Essen kam Paulick gleich zum Einsatz.
  • Gloria Slišković: Die 20-jährige Abwehrspielerin kam von Juventus Turin zum HSV. Juve hatte die bosnische Nationalspielerin zuletzt eineinhalb Jahre lang an die Napoli Women verliehen. Nach Einsätzen als Kapitänin der U17- und U19-Auswahl Bosniens feierte Slišković schon als 16-Jährige ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft. 
  • Magou Doucouré: Auch die 25-jährige Rechtsverteidigerin spielte vor ihrem Wechsel zum HSV für die Napoli Women. In der Saison 2024/25 gehörte Doucouré zum Kader des FC Bayern. Die Französin stand im Spiel des HSV gegen die SGS Essen wie Paulick bereits in der Startelf.
  • Camilla Linberg: Die Stürmerin wechselte vom norwegischen Erstligisten Kolbotn IL  an die Elbe. Die 26-jährige Norwegerin spielte zuvor bereits für den FC Como in der Serie A und für Rosenborg BK.
  • Nigar Mirzaliyeva: Die 23-jährige Innenverteidigerin kam von Zenit St. Petersburg zum HSV. Die Leiterin der HSV-Frauen, Saskia Breuer, lobt vor allem die „physische Präsenz und ausgeprägte Mentalität“ der aserbaidschanischen Nationalspielerin. Für ihr Heimatland lief die 1,72-Meter große Verteidigerin bislang 39-mal auf, unter anderem in der Nations-League, sowie bei EM- und WM-Qualifikationsrunden.
  • Paulina Bartz: Die 20-jährige gebürtige Hamburgerin wechselt bis zum Saisonende auf Leihbasis von Bayer Leverkusen zum HSV. Seit 2023 machte Bartz in Leverkusen 24 Pflichtspiele. In Hamburg soll die Offensivkraft nun mehr Spielpraxis sammeln.

SGS Essen:

Als sich die Fans des letzten reinen Frauenvereins der Bundesliga schon fast damit abgefunden hatten, dass ihr Klub ohne Winter-Verstärkung durch den Abstiegskampf muss, kamen doch noch zwei Transfermeldungen von der SGS:

  • Maria Agerholm Olsen: Die 25-jährige Angreiferin wechselte vom österreichischen Tabellenführer Austria Wien nach Essen. In der aktuellen Saison absolvierte die dänische Stürmerin bislang neun Ligaspiele für die Austria, in denen ihr sechs Treffer und zwei Vorlagen gelangen. Im Januar 2025 hatte Olsen in Wien einen Vertrag bis Sommer 2027 unterschrieben. Zu einer Ablösesumme wurde nichts bekannt. Die Austria schreibt in ihrer Mitteilung zum Wechsel lediglich, es handele sich um einen neuen „Rekordtransfer im violetten Frauenfußball“.
  • Ella Touon: Die 22-jährige Linksverteidigerin wechselt leihweise bis zum Saisonende vom 1. FC Köln zur SGS. Für Touon ist es eine Rückkehr ins Ruhrgebiet. Die Schweizerin kam zur Saison 2019/2020 aus Zürich zur SGS Essen, wo sie im Oktober 2020 ihr Bundesligadebüt feierte. Im Sommer 2023 wechselte Touon dann zum SKN St. Pölten nach Österreich. Beim 1.FC Köln kam Touon kaum zum Zug.

FC Carl Zeiss Jena:

Jenas Neuzugang Olivia Alcaide hält lächelnd ein Trikot des FC Carl Zeiss in die Kamera. Foto: Hannes Anger/FCC
Soll bei Jena für Tore sorgen: Neuzugang Olivia Alcaide. Foto: Hannes Anger/FCC
  • Olivia Alcaide: Die 28-jährige Stürmerin spielte zuletzt beim türkischen Verein Fenerbahce SK, kam dort aber nur auf vier Einsätze. Zuvor stand sie in ihrer Heimat Schweden bei Jitex BK unter Vertrag, wo sie in 37 Pflichtspielen 27 Tore erzielte und acht Treffer vorbereitete.
  • Lara Schenk: Die Innenverteidigerin stand bis Ende 2025 bei den Montréal Roses in Kanada unter Vertrag. Schenk wurde fußballerisch in der Jugend des VfL Wolfsburg ausgebildet. 2018 zog es sie in die USA an die Harvard University in Cambridge, wo sie Psychologie studierte und für das College-Team Harvard Crimson spielte. Nach ihrem Studienabschluss setzte Schenk ihre Karriere in Belgien fort. Zunächst spielte sie für Club YLA (Club Brugge), ehe sie zur Saison 2023/24 zum RSC Anderlecht wechselte. Es folgten Stationen bei Sporting Huelva in Spanien sowie in Kanada bei Montréal Roses FC. 
  • Den Club verlassen haben in der Winterpause Angreiferin Anna Margraf, die in ihre Heimat Australien zurückgekehrt ist, Torhüterin Julia Kassen, die zu Liga-Konkurrent Union Berlin gewechselt ist und Torhüterin Sofie Lehmann (18), die nach Vereinsangaben eine Pause vom Fußball einlegt.

Titelfoto: SGS Essen/Marc Bremer

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